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Slow Gardening: Eintauchen und aufblühen

Aktuelle Studien zeigen, dass man beim Gärtnern nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch umfassendes Wohlbefinden ernten kann: Der Mensch blüht regelrecht auf. „Slow Gardening“ oder „Achtsames Gärtnern“ sind neue Begriffe für die uralte Kunst, Entspannung, Genuss und Sinnlichkeit im Garten zu finden.

Bild: Image by © Marnie Burkhart/Corbis
Image by © Marnie Burkhart/Corbis

Gärtnern ist der perfekte Gegenentwurf zu Stress und Hektik und liegt voll im Trend. Erfahrene Gärtner und Newcomer schätzen die gesundheitsfördernde und Lebensqualität steigernde Wirkung: Ruhe für den Geist, Bewegung für den Körper, frische Luft und heilsame Entschleunigung – das alles finden sie im Garten. Und noch mehr: Säen und Ernten, Pflanzen und Gießen sind eine fantastische Möglichkeit, sich im wahrsten Sinne des Wortes zu erden und zu seinen Wurzeln zurückzufinden.

Das negative Bild vom spießigen Kleingärtner hat sich dabei in den letzten Jahren grundlegend gewandelt und Platz gemacht für eine neue, kreative Gartenkultur. Sie setzt auf Ursprünglichkeit, Naturnähe und Nachhaltigkeit. Ob man dabei Kürbisse im Urban Gardening-Gemeinschaftsgarten anbaut, seltene Tomatensorten auf dem Balkon züchtet oder eine Bienenwiese in seinem Schrebergarten anlegt – Gärtnern tut gut.  

„Slow“: Genuss und Entspannung statt Perfektion

„Slow Gardening“ beschreibt eine bestimmte Haltung zum Gärtnern: Statt der akkuraten Rasenkante lässt man der kreativen Natur ein Stück weit ihren Lauf. Wichtigster Grundsatz: Die Natur darf mitgärtnern! Wenn die Zweige auch mal liegen bleiben dürfen, wenn Kräuter sich breitmachen, Wildpflanzen blühen und nicht jedes Laubblatt sofort weggefegt wird, gewinnen nicht nur Insekten und Pflanzen, sondern auch wir – nämlich mehr Zeit zum Genießen! Für naturnahe Gärtner ist der Trend nichts Neues, denn sie setzen seit jeher auf Vielfalt, „wilde Ecken“, robuste, regionale Pflanzen und Permakultur. 

Fitness und gute Laune

Gärtnern erdet und heilt. Es baut Stress und Ängste ab und sorgt wie ein natürliches Antidepressivum für gute Laune. Je vielfältiger die Pflanzenwelt, desto besser für die Psyche. Für das Seelenleben ist Gartenarbeit so gut, dass sie inzwischen auch als Therapieform in psychischen Behandlungskonzepten, z. B.  bei Burnout oder Depressionen, eingesetzt wird. 

Darüber hinaus schlägt das Gärtnern jedes Fitnesscenter: Beim Buddeln, Pflanzen und Hacken werden alle Muskelgruppen an Armen, Beinen, Rücken und Bauch vielseitig beansprucht und trainiert, die Beweglichkeit gesteigert und das Herz-Kreislauf-System gestärkt. Für Menschen, die viel sitzen oder während der Arbeit einseitigen körperlichen Belastungen ausgesetzt sind, ist Gartenarbeit der perfekte Ausgleich.  

Sich mal wieder die Hände schmutzig machen, das geht auch ohne eigenen Garten:auf dem Balkon, im Gemeinschaftsgarten, auf dem Stück Erde um einen Baum in der Großstadt oder auf einem sonnigen Fensterbrett – Hauptsache, es wächst und grünt. 

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